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Die häufigsten Pferdekrankheiten Teil 8: EMS

Das sogenannte Equine Metabolische Syndrom zählt zu den Wohlstandskrankheiten und kommt nur bei domestizierten Pferden vor. Es handelt sich hierbei um eine Stoffwechselerkrankung. Größter Auslöser ist hierbei starkes Übergewicht, ausgelöst durch falsche Fütterung. Zu viel Energie bei zu wenig Bewegung.


Am meisten betroffen sind die sogenannten Robustrassen und Ponys wie z.B. Isländer, Shettys etc.


Bei EMS wird der Glucosestoffwechsel gestört. Durch zu viel "reichhaltiges" Futter steigt der Glucosespiegel im Blut an und sorgt für eine erhöhte Insulinausschüttung. Kommt dies regelmäßig vor, kann es zu einer Insulinresistenz kommen. Somit kann das Insulin die Glucose nicht mehr aus dem Blut in die Körperzellen transportieren.

Dadurch erhöht sich der Glucosespiegel.


Daraus resultierende Konsequenzen:

●Die Fettzellen nehmen die überschüssige Energie auf. Dadurch entstehen Fettdepots am Mähnenkamm, über den Augen, an der Brust sowie am Nacken.

●Diabetes

●Langfristige Schädigung von Gewebe. Vorallem in den Hufen (Hufrehe)

●Entzündliche Prozesse im Pferdekörper durch Bildung von Botenstoffen in den Fettzellen.

●Durch Hufrehe oder andere Entzündungen verursachte Schmerzen führen zu einer vermehrten Ausschüttung von Kortisol (Stresshormon). Dies begünstigt ebenfalls eine Insulinresistenz.


Achte daher auf die Balance zwischen Energiezufuhr und Bewegung.


Zeigt dein Pferd Anzeichen von EMS, ist sofort ein Tierarzt für die richtige Diagnosestellung zu kontaktieren. Achte jedoch darauf dein Pferd nicht mit Cortison zu behandeln. Dies wäre aufgrund des bereits erhöhten Kortisolausstoßes Kontraproduktiv.


Symptome:

●Erhöhtes Infektionsrisiko

●Vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und Urinieren

●Kotwasser

●Störungen der Fruchtbarkeit bei Stuten

●Schnelles, starkes Schwitzen

●Leistungsabfall

●Stumpfes Fell

●Muskelabbau, jedoch durch Fettdepos nicht mager

●Steife Bewegungen

●Diabetes

●Hufrehe


Bei Übergewichtigen Pferden ist bereits bei nur einem dieser Symptome sofort ein Tierarzt zu kontaktieren. Jedoch muss man aufpassen, da sich EMS aufgrund der ähnlichen Symptomatik leicht mit Cushing verwechseln lässt.

Die Diagnose erfolgt bei nüchternem Magen über ein Blutbild, welches nach 3 Wochen wiederholt werden sollte.


Bei frühzeitiger Erkennung lässt sich EMS gut behandeln. Wichtig ist hierbei eine Optimierung der Fütterung und Haltungsbedingungen.


Behandlung von EMS:

● Gewichtsabnahme durch ausreichend Bewegung

● Energiearmes Raufutter

● Mineralfutter mit wenig Stärke und Zucker

● Nur Kraftfutter zufüttern, wenn es nötig ist

● Nur Energiearmes Kraftfutter ( am besten Getreidefrei )






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