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Die häufigsten Pferdekrankheiten Teil 2: Hufrehe

Aktualisiert: 1. Juni 2022

Bei der Hufrehe handelt es sich um eine Entzündung der Huflederhaut, meist ausgelöst durch falsches Futter oder durch eine Vergiftung. Sie tritt aber auch als Begleiterscheinung bei Diabetis, Cushing und EMS auf oder auch bei zu hoher Belastung.


Unter einer Hufrehe versteht man eine Entzündung der oben genannten Huflederhaut, die Hufbein und Hornkapsel verbindet. Durch die entstandene Schwellung ist die Blutzirkulation gestört. Im schlimmsten Fall kann sich das Hufbein lockern. Es entsteht eine sogenannte Rotation woraufhin das Hufbein beginnt, sich abzusenken.


Es gibt den unauffälligen Verlauf, die chronische und die akute Rehe.


Symptome bei unauffälligem Verlauf

•Häufiges anheben und wieder absetzen der Hufe

•widerwillig beim Hufe geben

•Widerwille auch beim Schmied

•undeutliches Lahmen

•leichte Pulsierung in der Fesselbeuge

•warme Hufe


Symptome bei chronischer Rehe

•Pferd geht lahm

•Appetitlosigkeit

•Hufe meist kalt

•Verbreiterung der weißen Linie

•Zehenwand gewölbt

•es bilden sich sogenannte Reheringe


Symptome akute Rehe

•plötzliche Lahmheit

•meist Bewegungsunwillig

•Pferd steht zur Entlastung vermehrt auf den Trachten ( Sägebockstellung )

•Hufe sind heiß

•starke Pulsierung in der Fesselbeuge


Bei einem Rehe Verdacht ist umgehend der Tierarzt sowie der Hufschmied zu kontaktieren. Bis dahin sollte der Besitzer so gut er kann die Hufe kühlen. Man sollte NIE versuchen, eine Rehe ohne Tierarzt zu behandeln!


Die verschiedenen Rehearten:


Die Geburtsrehe

- Wenn nach der Geburt des Fohlens die Nachgeburt nicht vollständig abgeht, dass heißt, Reste in der Gebärmutter zurück bleiben, kommt es schnell zur Zersetzung, was wiederum zu einer Abgabe von Endotoxinen in die Blutbahn führt.


Die Vergiftungsrehe

- Toxine gelangen durch die Blutbahn in die Huflederhaut, meist resorbiert aus dem Darm oder nach der Geburt aus der Gebärmutter. Aber auch die Aufnahme von Giftpflanzen kann eine Rehe verursachen.


Die Belastungsrehe

- Bei zu starker Belastung wird die Blutzirkulation gestört, woraufhin sich die Huflederhaut entzünden kann. Zu langes laufen, aber auch zu langes stehen können Auslöser sein.


Die Futterrehe

- Zu viel Stärke im Futter, sowie Fruktanhaltiges Gras können zu einer Rehe führen. Da der Dickdarm Stärke nur schlecht verdauuen kann, entstehen Giftstoffe, die über das Blut an die Huflederhaut abgegeben werden. Aber auch eine Fütterung mit zu viel Brot, Karotten, Äpfeln etc. kann zu einer Übersäuerung führen, die die Durchblutung am Huf reduziert.


Cushing

- Rehe ist häufig eine Begleiterscheinung und meist ab einem Alter von 15 Jahren. Durch die Hormonstörung werden viel Vorgänge im Körper gestört. Es kommt oft zu einer Übersäuerung in den Hufen.


Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

- Hierbei handelt es sich um eine Kohlenhydratstoffwechselstörung und in Folge dessen kommt es zu einer Überproduktion von Insulin. Dies wurde wissenschaftlich als Reheauslöser nachgewiesen.


Übergewicht

- Durch das zusätzliche Gewicht entsteht eine hohe Belastung der Hufe. Desweiteren produziert Fett Hormone und in Folge dessen kommt der Insulinstoffwechsel durcheinander.



Wie kannst du deinem Pferd bei einer Rehe helfen?


❎ Hufe kühlen, am besten in einem Eimer voll eiskaltem Wasser

❎ Viel und weich einstreuen

❎ Kein Kraftfutter, Silage etc.

❎ Stressreduktion

❎ Nur Bewegen, wenn es das Pferd anbietet

❎ Fütterung anpassen

❎ Heu waschen um den Zuckergehalt zu verringern



Bei sofortigem reagieren sind die Heilungschancen - je nach Rehegrad und Absenkung des Hufbeines- keineswegs schlecht. Hierbei kommt es allerdings auf das Pferd und die Stärke der Rotation an. Bereits an Rehe erkrankte Pferde bleiben allerdings ihr Leben lang anfällig für eine erneute Rehe.



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